Wie schon 2025 konnte auch in diesem Jahr eine kleine Delegation unserer Schule – bestehend aus Clara B. (8b), Juna J. (8a), Katharina D. (8b) und Loriana K. (9g) sowie den Schulkoordinatorinnen Frau Augustin und Frau Meissner – das Bundesfinale von „Jugend debattiert“ als Zuschauer*innen erleben. Die Veranstaltung fand am Samstag, dem 13. Juni 2026, im AXICA Kongress- und Tagungszentrum am Pariser Platz statt. Als Höhepunkt des bundesweiten Wettbewerbs präsentierte das Finale erneut eindrucksvolle Beispiele überzeugender Debattenkultur. Darüber hinaus feierte „Jugend debattiert“ auch sein 25-jähriges Jubiläum, was Anlass war, mit Wegbegleiter*innen Rückschau zu halten. Ein besonderer Höhepunkt war das Grußwort des Schirmherrn des Wettbewerbs, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der am Ende auch die Urkunden überreichte.
Durch das Programm führte souverän Charlott Hallier, die selbst 2018 Finalistin des Bundesfinales gewesen war. Unterstützt wurde sie von Dr. Jan-Jonathan Bock, dem Leiter von „Jugend debattiert“. Für musikalische Akzente sorgte auch in diesem Jahr die Brass Band „BPM“ der Gustav-Heinemann-Oberschule Berlin-Marienfelde, Gewinnerin des Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“ 2023, die mit schwungvollen Rhythmen für Abwechslung sorgte.
In festlicher Atmosphäre verfolgten Schüler*innen aus allen Bundesländern, Lehrkräfte sowie Familien und Freund*innen gemeinsam gespannt die beiden Finaldebatten. Die Finalist*innen hatten bereits einen langen Auswahlprozess hinter sich: Seit Beginn des Schuljahres hatten sie sich auf Schul-, Regional- und Landesebene gegen rund 200.000 Teilnehmende durchgesetzt. Als Sieger*innen ihrer Regionen und Länder hatten sie zudem mehrfach an intensiven Vorbereitungsseminaren teilgenommen, bevor sie sich in den Qualifikationsrunden in Berlin für das Bundesfinale behaupteten.
Jeweils vier Finalist*innen traten in den beiden Altersgruppen vor etwa 300 Zuschauer*innen an. In Altersgruppe 1 (Gymnasien: 8.-9. Klasse; ISS: 8.-10. Klasse) lautete die Streitfrage: „Soll es Kindern und Jugendlichen verboten werden, als Influencer tätig zu sein?“ In Altersgruppe 2 (Gymnasien: 10.-12. Klasse; ISS: 11.-13. Klasse) wurde diskutiert: „Soll die Zahl der Bundesländer reduziert werden?“ Beide Streitfragen behandelten gegenwärtig viel diskutierte Themen und erforderten eine überzeugende Argumentation. Sie verlangten von den Debattierenden nicht nur fundierte Kenntnisse über politische und gesellschaftliche Entwicklungen, sondern auch die Fähigkeit, einander aufmerksam zuzuhören und in kurzer Zeit präzise und relevante Argumente zu formulieren.
Sowohl Pro- als auch Kontra-Seite, die ihre Positionen wie immer anwaltlich vertraten, brachten ihre Argumente überzeugend und kompetent vor. In den anschließenden Rückmeldungen lobte die Jury ausdrücklich die inhaltliche Sachkenntnis aller Teilnehmenden. Auch im sprachlichen Ausdruck überzeugten die Debattant*innen auf ganzer Linie. Ausschlaggebend für die Platzierungen waren schließlich vor allem Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. In Altersgruppe 1 gewann Theresa Schneider aus Bayern, in Altersgruppe 2 setzte sich Smilla Egtved aus Schleswig-Holstein durch.
Beim Empfang nach der Veranstaltung tauschten wir uns intensiv über unsere Eindrücke aus: Welche Argumente waren besonders stark? Welche Debattenbeiträge blieben im Gedächtnis? Hätten wir genauso entschieden wie die Jury? Vor allem aber beschäftigte uns die Frage, was wir für das Wettbewerbsjahr 2027 mitnehmen können. Einig waren wir uns darin, dass „Jugend debattiert“ weit mehr ist als ein Wettbewerb: Es ist eine wertvolle Gelegenheit, fundiertes Argumentieren zu trainieren.
Der Weg bis ins Bundesfinale verlangt viel Engagement und Ausdauer – doch Debatten beschränken sich nicht auf Wettbewerbe. Überall dort, wo Menschen gemeinsam Entscheidungen treffen und Demokratie gestalten – in Familie, Freundeskreis, Schule, Studium oder Beruf –, sind gute Argumente gefragt. Dabei kommt es vor allem auf einen respektvollen Austausch an.





