Fach Ethik / Philosophie

„Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Immanuel Kant

Die Philosophie unterscheidet sich von anderen Wissenschaften dadurch, dass sie keine endgültigen Antworten bereithält. Auch sind die Fragen, mit denen sich Philosoph*innen auseinandersetzen, gerade diejenigen, die nicht empirisch beantwortbar sind. Hieraus entsteht immer wieder das Vorurteil, Philosophie sei ein ‚Laberfach‘, wo es darum gehe, eine Meinung zu äußern, die, da es sich wie gesagt nicht um empirische Fragen handelt, nicht weiter hinterfragbar sei. Ganz im Gegenteil! Die Philosophie verlangt eine absolute Genauigkeit im Denken. Die speziellen Werkzeuge dieser Disziplin bestehen nicht in Messgeräten oder einem Taschenrechner, sondern beispielsweise in schlussfolgernden Argumentationen, der genauen Unterscheidung von Ursache und Wirkung, oder der Ableitung des Besonderen aus dem Allgemeinen. Philosophische Fragen führen zum Staunen über die Welt und dem Zweifel an bisherigen Gewissheiten. Daher kann eine Meinung oder ein Alltagsverständnis immer nur der Ausgangspunkt sein, welcher hinterfragt werden muss, um anschließend schrittweise durch Argumente gestützt oder widerlegt zu werden. Hierdurch leistet die Philosophie einen unerlässlichen Beitrag in der Bildung von aufgeklärten Schüler*innen, die nicht nur den Mut, sondern auch die Fähigkeit haben, sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen.

Am Arndt Gymnasium haben die Schüler*innen schon ab der 7. Klasse die Chance, sich im verbindlichen Ethikunterricht mit Themen wie beispielsweise Freiheit, Gerechtigkeit, Verantwortung oder Identität auseinander zu setzen. Ihre eigenen individuellen Erfahrungen bilden hierbei zunächst die Grundlage, welche von einer gesellschaftlichen und ideengeschichtlichen Perspektive ergänzt wird. Hierdurch werden die Schüler*innen darin geschult, Dinge wahrzunehmen und zu deuten, andere Perspektiven einzunehmen, sich im Dialog mit anderen zu verständigen, zu argumentieren und zu einem eigenen Urteil zu kommen.

In der 10. Klasse hat das Arndt Gymnasium die besondere Möglichkeit, den Ethikunterricht in Kleingruppen innerhalb von Modulen zu unterrichten. Durch die Wahl der Module können die Schüler*innen einen eigenen Schwerpunkt im Bereich der Philosophie, Ethik oder der Religionswissenschaften setzen.

In der Oberstufe können die Schüler*innen ihre philosophischen Kenntnisse in Grundkursen vertiefen. Die Schüler*innen werden verstärkt darin geschult, sich mit ideengeschichtlichen Perspektiven kritisch und systematisch auseinanderzusetzen, komplexere Probleme zu erfassen und zu eigenständigen Urteilen zu kommen.

Ethisch-praktischer Reflexionsbereich

Dieser Reflexionsbereich ist besonders geeignet, die praktische Kompetenz der Schüler*innen zu fördern. Sie lernen, wie Handlungsnormen historisch und begrifflich gefasst wurden und werden. Ihre Urteilskompetenz wird durch die Analyse ethischer Positionen differenziert und gestärkt.

Geschichtlicher, gesellschaftlicher und anthropologischer Reflexionsbereich

In diesem Reflexionsbereich lernen die Schüler*innen, dass allen alltäglichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Äußerungen ein bestimmtes Menschenbild zugrunde liegt. Bei der Auseinandersetzung mit der Frage „Was ist der Mensch?“ wird die Willensfreiheit als Grundlage der Ethik hinterfragt und es werden Konsequenzen für Geschichts- und Gesellschaftsphilosophie untersucht. Hier ist die Philosophie in besonderem Maße auf die Ergebnisse insbesondere der Naturwissenschaften angewiesen, es werden Erkenntnisgrenzen angesprochen und die Hoffnung als ein wesentliches Merkmal des Menschseins erkannt.

Sprachphilosophischer und erkenntnistheoretischer Reflexionsbereich

In diesem Reflexionsbereich stehen die Begründungsmöglichkeiten für Wissen im Vordergrund. Ergänzend zum praktischen Argumentieren geht es hier vor allem um das theoretische Argumentieren, die Bedeutung von Sinnlichkeit und Vernunft für den erkenntnistheoretischen und sprachlichen Zugang zur Welt. Dabei wird auf Ergebnisse der Anthropologie zurückgegriffen, exemplarisch werden wissenschaftliche Methoden untersucht und besondere erkenntnistheoretische Probleme bei der Beantwortung metaphysischer Fragen angesprochen. Die Frage der Wertfreiheit von Wissenschaft und Erkenntnis weist auf ethische Implikationen.

Metaphysischer Reflexionsbereich

Dieser Reflexionsbereich beschäftigt sich mit Fragen, die lange als genuin philosophische Fragestellungen angesehen wurden. Er knüpft insbesondere an dem Menschenbild und den Erkenntnisgrenzen an, zeigt die metaphysische Reflexion als ein Wesensmerkmal des Menschen auf und reflektiert in Zusammenhang mit Utopien, Religion und Lebenskunst ethische Aspekte.

Mitglieder des Fachbereichs Ethik / Philosophie

Herr Bäther, Herr Chi, Frau Fahimi, Frau Kao, Herr Kolb, Herr Lettkemann, Herr Rockelmann, Frau Voß, Frau Winkler

Fachkonferenzleitung Ethik / Philosophie

Herr Schüttel