Fach Geografie

Geografie am AGD

Geografie ist nicht Stadt-Land-Fluss“ – diese Floskel bringt es sehr gut auf den Punkt. Selbstverständlich geht es auch um eine Orientierungskompetenz, doch liegt die Faszination der Geografie in ihrer Multiperspektivität und unglaublichen Vielfalt. 

Räumliche Perspektivwechsel, unterschiedliche Problemstellungen auf verschiedenen Maßstabsebenen machen die Geografie zu einem sehr spannenden und auch aktuellen Fach, dass sehr komplexes Denken, Analysieren und Urteilen fördert. 

Die unterschiedlichen Ansätze und Teilgebiete ermöglichen es den Schüler*innen, ein umfassendes Bild von der Welt zu erhalten. So bietet beispielsweise die Physische Geografie mit dem Schwerpunkt Klimageografie die Möglichkeit, Klimaphänomene und Wandlungsprozesse zu verstehen. Die Perspektive der Humangeographie und hier beispielsweise die Politische Geografie ermöglicht die Untersuchung von Konfliktregionen. In der Schnittstelle von physischer und humangeografischer Perspektive liegt dann die komplexe Struktur einer Problematik wie zum Beispiel bei dem Thema „Leben in Risikoräumen“ in der 7. Klasse.

Der Fachbereich Geografie am AGD im Schuljahr 2018/19:

Herr Blau (Bu) (Referendar)

Herr Chantauw (Cw)

Frau Melchert-Mohr (Mm)

Herr Rockelmann (Ro)

Herr Rohmann (Rm)

Herr Rüggen (Rg) (verantwortlich für den Webseiteninhalt und Ansprechpartner für externe Anfragen von Studenten/Projektanbietern)

Alle Kolleginnen und Kollegen sind über ihre Kürzel + @arndt-gymnasium.de zu erreichen.

Inhalte der jeweiligen Klassenstufen:

Klasse 7

In der siebten Klasse stehen zwei Themen im Fokus. Zum einen „Leben in Risikoräumen“ und zum anderen das Thema „Armut und Reichtum“. Geografie wird in der 7. Klasse ganzjährig mit zwei Stunden pro Woche unterrichtet.

„Leben in Risikoräumen“

Grundlage für die Auseinandersetzung mit Risikoräumen ist das Verständnis von Prozessen wie der Plattentektonik und beispielsweise Vulkanismus. Auf Grundlage dieser Prozesse werden verschiedene Räume hinsichtlich der dortigen Risiken untersucht: Japan – bedroht von Erdbeben und Vulkanismus; Tsunamis; Hochwasserereignisse. Ziel ist unter anderem, dass den Schüler*innen bei diesem Thema die Beziehung von Mensch und Umwelt (physischem Raum) deutlich wird: Ein Naturereignis wird erst zur Naturkatastrophe, wenn Menschen betroffen sind. 

„Armut und Reichtum“

Im zweiten Halbjahr rücken zunehmend humangeografische Inhalte in den Fokus. Neben möglichen physisch-geografischen Ursachen für Armut, z.B. Trockenheit, werden ökonomische und gesellschaftliche Faktoren behandelt. Es geht an dieser Stelle auch um die Vermittlung der verschiedenen Definitionen von Armut und Reichtum und somit um ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Bedeutungsebenen von Begriffen. Dieses Thema wird auch stärker aus einer globalen Perspektive betrachtet und Verflechtungen gerade im Entwicklungszusammenhang thematisiert.

Dieses Thema wird zum Teil im Fächerverbund unterrichtet. Das bedeutet, dass das Thema in enger Abstimmung mit dem Fach Geschichte (teilweise zusätzlich mit anderen Fächern) unterrichtet bzw. ein Projekt durchgeführt wird.

Klasse 8

In der achten Klasse stehen zwei Themen im Fokus. Zum einen „Vielfalt der Erde“ und zum anderen das Thema „Migration und Bevölkerung“. In der 8. Klasse wird das Fach Geografie epochal unterrichtet, also nur ein Halbjahr mit zwei Stunden pro Woche.

„Vielfalt der Erde“

Bei diesem Themenschwerpunkt werden unterschiedliche Räume der Tropen untersucht. Es geht hier vor allem um die Analyse möglichst komplexer Zusammenhänge. So wird zum Beispiel der tropische Regenwald in Brasilien hinsichtlich seiner einmaligen physischen Merkmale untersucht und durch die Nutzung und Entwicklung in ein komplexes Wirkungsgefüge eingeordnet. Auch hier ist die globale Vernetzung bedeutend: Zum Beispiel Palmöl im Schokoaufstrich.

Die Untersuchung der Savannen in Afrika bildet eine Grundlage für das Thema „Migration und Bevölkerung“, da die physischen Gegebenheiten eng mit der Migration verknüpft sind.

„Migration und Bevölkerung“

Grundlage für dieses Thema bildet die Auseinandersetzung mit dem Wachstum der Weltbevölkerung und einhergehender Chancen und Risiken. Mit dem Wachstum sind zahlreiche Arten der Migration verknüpft: beispielsweise Land-Stadt-Flucht, Binnemigration, Migration in andere Staaten. Migration ist in Anbetracht der weltweiten Entwicklungen eines der komplexesten Themen und ist vor allem für die Untersuchung aus den drei zentralen Perspektiven (Ökonomie, Ökologie, Soziales) geeignet. So entwickeln die Schüler*innen vor allem die Kompetenz, möglichst komplex Probleme zu analysieren.

Dieses Thema wird zum Teil im Fächerverbund unterrichtet. Das bedeutet, dass das Thema in enger Abstimmung mit dem Fach Geschichte (teilweise zusätzlich mit anderen Fächern) unterrichtet und ein Projekt durchgeführt wird.

Klasse 9

In der neunten Klasse stehen zwei Themen im Fokus. Zum einen „Umgang mit Ressourcen“ und zum anderen das Thema „Klimawandel und Klimaschutz“. In der 9. Klasse wird das Fach Geografie epochal unterrichtet, also nur ein Halbjahr mit zwei Stunden pro Woche.

„Umgang mit Ressourcen“

Dieses Thema wirft den Blick auf die Lebensgrundlagen der Menschheit – ohne Ressourcen wäre das aktuelle Leben so nicht möglich. Umso dringlicher scheint die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit von Ressourcen. Eine hoch technologisierte Welt (ver)braucht endliche Ressourcen. Dabei geht es zum einen um seltene Erden, beispielsweise für die Herstellung von Akkus, aber auch um Rohstoffe wie Sand, der immer aufwändiger gefördert werden muss. Zusätzlich hängt die Ernährung der Weltbevölkerung vom Zustand der Böden ab. Wie kann der Umgang mit Ressourcen so gestaltet werden, dass es für die Menschen zukunftsfähig ist?

„Klimawandel und Klimaschutz“

Bei diesem Thema wird die eingangs angesprochene Schnittstelle von Physischer Geografie und Humangeografie besonders deutlich. Die Veränderungen des Klimas werden erst dadurch bedeutend, dass sie Menschen betreffen. Zum einen stehen bei diesem Thema natürliche Prozesse im Fokus, um die zahlreichen Wechselwirkungen verstehen zu können: beispielsweise der Strahlungs- und Wärmehaushalt der Erde. Zum anderen geht es um die Räume, die von Veränderungen betroffen sind und um den Umgang mit diesen Folgen. Bei diesem Thema greifen die Schwerpunkte der anderen Halbjahre ineinander und die Schüler*innen stehen vor der Aufgabe, ein sehr komplexes System zu verstehen und sich selbst in diesem System zu verorten.

Dieses Thema wird zum Teil im Fächerverbund unterrichtet. Das bedeutet, dass das Thema in enger Abstimmung mit dem Fach Geschichte (teilweise zusätzlich mit anderen Fächern) unterrichtet und ein Projekt durchgeführt wird.

Klasse 10

In der zehnten Klasse stehen zwei Themen im Fokus. Zum einen „Globalisierung“ und zum anderen das Thema „Europa“. In der 10. Klasse wird das Fach Geografie epochal unterrichtet, also nur ein Halbjahr mit zwei Stunden pro Woche.

„Globalisierung“

Mit dem Schwerpunkt Globalisierung rückt ein vor allem wirtschaftsgeografisches Thema in den Mittelpunkt. Die Schüler*innen setzen sich mit diesem Prozess auseinander, um die in den Halbjahren zuvor angesprochene globale Vernetzung stärker in den Fokus zu rücken. An der Produktionskette einer einzelnen Jeans sind mehr als zehn Staaten beteiligt und es werden zehntausende Kilometer per Schiff zurückgelegt, ehe sie im Laden zum Verkauf liegt. Nicht nur die Verflechtung ist ein Schwerpunkt, sondern auch die Folgen des Globalisierungsprozesses wie zum Beispiel Umweltverschmutzung oder der Aspekt Land-Grabbing werden untersucht. Auch hier geht es darum, sich als Individuum in einem komplexen System zu verorten und über Verantwortung zu diskutieren.

„Europa“

Im letzten Themenblock in der Mittelstufe wird der Raum Europa auf verschiedenen Maßstabsebenen untersucht. So zum Beispiel die Regionen Katalonien, Schlesien und Irland, grenzüberschreitende Zusammenarbeit oder Disparitäten in Europa. Aus kulturgeografischer Perspektive setzen sich die Schüler*innen mit dem Schwerpunkt Europäische Union und Identität auseinander.

Dieses Thema wird zum Teil im Fächerverbund unterrichtet. Das bedeutet, dass das Thema in enger Abstimmung mit dem Fach Geschichte (teilweise zusätzlich mit anderen Fächern) unterrichtet und ein Projekt durchgeführt wird.

Oberstufe

In der Qualifikationsphase erweitern und vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihr bis dahin erworbenen Kompetenzen mit dem Ziel, sich auf die Anforderungen eines Hochschulstudiums oder einer beruflichen Ausbildung vorzubereiten.

Der beschleunigte Wandel einer von Globalisierung geprägten Welt erfordert ein dynamisches Modell des Kompetenzerwerbs, das auf lebenslanges Lernen und die Bewältigung vielfältiger Herausforderungen im Alltags- und Berufsleben ausgerichtet ist.

Die Grundkursteilnehmer/Innen erhalten auf Exkursionen die Möglichkeit, sich praktisch mit dem Thema auseinanderzusetzen. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene außerschulische Lernorte besucht. Eine Auswahl:

  • Hamburg, Hamburger Hafen
  • Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Gentrifizierungsviertel in Kreuzberg, Prenzlauer Berg
  • Besuch der Ausstellung der Masterarbeiten der TU Berlin (Architektur) mit dem Schwerpunkt „Urbanes Leben in Berlin“
  • Grenzgebiet Deutschland/Polen
  • Amazon Logistik Potsdam GmbH

Im folgenden Abschnitt werden einige Themenbereiche vorgestellt, welche in den jeweiligen Semestern behandelt werden. Die Schwerpunktsetzung erfolgt durch die vorgegebenen Abiturinhalte.

Kompetenzen und Inhalte in der Oberstufe:

1. Semester – Siedlungsentwicklung:

• Siedlungsentwicklung

• Entwicklung, Strukturen und Funktionen von städtischen Siedlungen

• Siedlungsentwicklung in ländlich geprägten Räumen

• Raumordnung in Deutschland

• Siedlungsplanung/Sanierung

2. Semester – Europa – Raumstrukturen im Wandel

• Geoökosysteme in Europa

• Strukturräumliche Gliederung Europas

• Zusammenarbeit in der Europäischen Union

3. Semester – Leben in der „Einen Welt“ – „Entwicklungsländer“ im Wandel

• Nutzungspotenzial der Tropen und Subtropen

• Klassifizierung/Typisierung von Ländern

• Demographische und siedlungsgeografische Strukturen und Entwicklungen

• Entwicklungstendenzen in der Wirtschaft, Chancen und Risiken

• Unterentwicklung als globales Problem

4. Semester – Ausgewählte Weltwirtschaftsregionen im Wandel

• Raumrelevante Bedeutung von geotektonischen und klimatischen Prozessen

• Die USA in der Weltwirtschaft

• Der asiatisch-pazifische Raum in der Weltwirtschaft

• Chancen und Risiken des Globalisierungsprozesses am Beispiel von einem/zwei ausgewählten Räumen