Fach Darstellendes Spiel / Theater

„…ich behaupte…, dass das Theaterspiel eines der machtvollsten Bildungsmittel ist, die wir haben:
Ein Mittel, die eigene Person zu überschreiten, ein Mittel der Erkundung von Menschen und Schicksalen und ein Mittel der so gewonnenen Einsicht.“   Hartmut von Hentig: Bildung. Ein Essay,1996

Darstellendes Spiel unterstützt mit den Mitteln und Methoden des Theaters den Bildungsprozess von Kindern und Jugendlichen.
In diesem Fach erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass sie durch ästhetisches Gestalten und Denken die Welt (und den Alltag) auf eigene, unerwartete und ganzheitliche Weise deuten können. Dies geschieht in einem integrativen Prozess von Akten der Wahrnehmung, Reflexion, Imagination und Darstellung. Dabei geht es darum, den persönlichen Ausdruck zu einem glaubwürdigen theatralen Ausdruck zu entwickeln.

Theaterarbeit heißt

… Mut zum Experimentieren und neues Wahrnehmen,

… sich frei zu präsentieren und sich im Selbstausdruck weiter zu entwickeln,

… Zusammenhänge zwischen Form und Inhalt, kurz: Ästhetik als komplexes Zeichensystem zu    begreifen,

… aktuelles Theater in seinen Ausdrucksmitteln zu verstehen,

… Kreativität als Freiheit von der Bindung an Klischees und Stereotypen zu begreifen,

… in und mit der Gruppe zu lernen,

… den Prozess der Erarbeitung so wichtig zu nehmen wie das Ziel.

Das sind Ziele, die wir am AGD mit dem Unterricht des Faches Darstellendes Spiel von Klasse 10 bis zum Abitur seit fast 30 Jahren verbinden. Und damit haben wir Erfolg, der sich in den zahlreichen Aufführungen innerhalb und außerhalb der Schule, aber auch in den Präsentationsprüfungen der 4. und 5. Prüfungskomponente des Abiturs immer wieder zeigt.

Wir beginnen in der 10. Klasse mit einem Vorkurs, der den Schülern die vielfältigen Elemente des Theaters nahebringt: die Arbeit mit dem Körper, der Stimme, der Bewegung, mit Sprache, Musik und Bild, mit Requisiten und Bühnenraum.
Im 11. und 12. Jahrgang wird jeweils ein Theaterprojekt realisiert.
Und wer bis zur Klasse 10 nicht warten will: Das Fach „Werkstatt Ästhetische Bildung“ gibt ab Klasse 7 die Möglichkeit, wichtige Vorerfahrungen in der fächerübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Deutsch, Kunst und Musik zu sammeln. Dann lohnt sich auch eine Prüfung im Fach Darstellendes Spiel im Rahmen des MSA.

Lehrerinnen: Frau Häntzschel, Frau Kao, Frau Martens, Frau Lorenzen

Bald 30 JAHRE DARSTELLENDES SPIEL AM AGD!

1990  Die Physiker (Dürrenmatt)
1991  Antigone (Sophokles)
1992  Der DraDra (Biermann)
1993  Schwarzes Theater
1994  Nacht mit Gästen (Peter Weiss)
1995  Der Schoß ist fruchtbar noch… (Szenen und Texte von Bertolt Brecht)
1996  Wenn ich ein Vogel wär… (Burleske nach Nestroy)
1997  Die Vögel (nach Aristophanes) / Er redet von Amerika… (Gedichte von Bertolt Brecht)
1998  Viel Lärm in Chiozza (Carlo Goldoni)
1999  Marat (Peter Weiss)
2000  Ballade vom Eulenspiegel (G.Weisenborn)
2001  Frankenstein (Farce und Szenen nach W.Deichsel) / Prosperos Insel (nach Shakespeares „Der Sturm“)
2002  Zettel hat geträumt (nach „Ein Sommernachtstraum“) / Candide (nach Voltaire) / Peer Gynt (Ibsen)
2003  Der Weltuntergang (nach Jura Soyfer und Nestroy) / Absurdes Theater (Texte von Daniil Charms)
2004  Penthesilea (nach Kleist) / Der Nussknacker (nach E.T.A.Hoffmann) / Richard III. (nach Shakespeare)
2005  Nosferatu Pest Revolte (nach Stummfilm und A. Camus)
2006  Mann und Weib und Weib und Mann (nach Mozarts „Zauberflöte“) / Warten auf Godot (nach Samuel Beckett)
2007  Herr Moses (Szenische Biografie von Moses Mendelssohn)
2008  Weiberkomödie (nach Heiner und Inge Müller) / Mi Corazón(Tanztheater – Eigenproduktion)
2009  Grimms Sieben (Märchenvariationen) / Ich will leben! (nach Molières „Menschenfeind“)
2010  König Hirsch (Komödie nach Carlo Gozzi)
2011  Der Revisor (Komödie nach Nikolaj Gogol) / Medea (nach Euripides u.a.)
2012  Eindeutig zweideutig (nach Kleists „Amphitryon“) / Die Familie Schroffenstein (nach Kleists Tragödie)

2014  Dantons Tod (nach G. Büchner)

2015  Ödipus (nach Sophokles/J. von Düffel) / Antigone (Sophokles)

2016  Der Geizige (nach Molière) / Sommernachtstraum (nach Shakespeare)

2017  Nacht (Collage)/ Erwach(s)en (Collage, sehr frei nach Wedekind)

2018  Der Sturm (nach Shakespeare) / Die Fliegen (nach Sartre) /

Angst (nach Brechts „Furcht    und    Elend“) / Jeanne d`Arc (nach Shaw)

verantwortlich für den Inhalt:
Susanne Lorenzen