Wie können Schülerinnen und Schüler mit naturwissenschaftlichen/ technischen Ideen dazu beitragen, Herausforderungen einer Großstadt wie Berlin zu begegnen? Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des dritten Science Slams am Arndt-Gymnasium Dahlem unter dem Motto „Berlin – unsere Stadt, unsere Probleme“.

Den Auftakt der Veranstaltung bildeten die Begrüßungsworte unserer Schulleiterin, Frau Lehmann-Schmidkunz. Im Anschluss richtete auch Herr Prof. Dr. von Renesse einige Worte an das Publikum und die Teilnehmenden. Gemeinsam mit Herrn Dr. Ramge hatte er vor drei Jahren den Science Slam zur nachhaltigen Stärkung des MINT-Profils des Arndt-Gymnasiums initiiert. Durch das weitere Programm führte anschließend Herr Dr. Ramge, der mit einer ebenso unterhaltsamen wie souveränen Moderation die einzelnen Beiträge miteinander verband und so das Publikum durch die Projekte begleitete.
In den vergangenen Monaten entwickelten die Teilnehmenden eigenständig Forschungsfragen, planten Experimente und bauten Prototypen. Die Ergebnisse präsentierten sie nun vor einem interessierten Publikum aus Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Gästen und der Jury bestehend aus Frau Lehmann-Schmidkunz, Herrn Prof. Dr. von Renesse, Herrn Dr. Ramge und Nomin aus dem Leistungskurs Physik Q2.

Der erste Beitrag von Liam aus der 9b untersuchte das Potenzial von Piezo-Kristallen zur „Energiegewinnung“. Ziel war es, durch mechanische Belastung elektrische Energie bereitzustellen und die Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie im städtischen Raum zu erforschen. Hierfür wurden mit großem Fleiß mehr als 200 Piezolautsprecher miteinander verlötet und mittels 3D-gedruckten Stempeln so komprimiert, dass diese LEDs leuchten lassen konnten.

Mit der Frage, wie sich Energie im öffentlichen Raum einsparen lässt, beschäftigten sich Henry (8b) und Louis (Q2). Hierzu entwickelten sie das Modell einer intelligenten Straßenbeleuchtung, die mithilfe von Annäherungssensoren gesteuert wird. Die Straßenlaternen werden dabei im Normalbetrieb gedimmt und schalten erst auf ihre volle Helligkeit, wenn sich Personen oder Fahrzeuge nähern. Mithilfe eines selbst konstruierten Demonstrators, den sie unter Einsatz von 3D-Druck und Mikrocontrollern realisierten, veranschaulichten sie ihr Konzept auf eindrucksvolle Weise. Ein solches System könnte einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung nachhaltig zu senken.
Vera und Leo aus der 9b entwickelten aus LEGO-Technik-Bausteinen einen handbetriebenen Generator. Die Idee zu ihrem Projekt entstand nach dem Stromausfall, der zu Beginn des Jahres den Berliner Südwesten lahmlegte. Ihr Ziel war es, eine Möglichkeit zu schaffen, im Falle eines erneuten Stromausfalls ein Smartphone unabhängig vom Stromnetz aufladen zu können. Die praktischen Versuche zeigten jedoch, dass die resultierende elektrische Leistung hierfür nicht ausreicht. Stattdessen erwies sich der Generator als leistungsfähig genug, um eine LED zuverlässig zu betreiben. Gerade dieses Ergebnis machte anschaulich, wie groß der Energiebedarf moderner elektronischer Geräte im Vergleich zu einfachen Verbrauchern tatsächlich ist.


Einen wissenschaftlich besonders fundierten Beitrag präsentierte Viatrix, die den Einfluss begrünter Dächer auf die Temperatur im Inneren von Gebäuden empirisch untersuchte. Ihre Messungen ergaben, dass eine einfache weiße Dachbeschichtung hinsichtlich der Temperaturreduzierung sogar bessere Ergebnisse erzielt als eine Dachbegrünung – zumindest dann, wenn ausschließlich die Temperatur im Inneren des Gebäudes als Bewertungskriterium herangezogen wird. Damit zeigte ihre Arbeit eindrucksvoll, wie wichtig es ist, verbreitete Annahmen experimentell zu überprüfen.
Julie und Luise widmeten sich den zunehmenden Trockenperioden in Berlin. Aus einem alten Fahrrad, einem Rollentrainer und einem Dynamo entwickelten sie ein System, mit dem durch Muskelkraft eine Pumpe zur Bewässerung der Straßenbäume betrieben werden kann. Ziel des Projekts war es, Straßenbäume in Trockenzeiten nachhaltig mit Wasser zu versorgen und gleichzeitig auf die Bedeutung des Stadtgrüns aufmerksam zu machen.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden alle Projektgruppen für ihre engagierte Arbeit und ihre kreativen Lösungsansätze ausgezeichnet. Die Vielfalt der Themen, der wissenschaftliche Anspruch sowie die überzeugenden Präsentationen machten den Science Slam zu einer rundum gelungenen Veranstaltung. Er zeigte eindrucksvoll, mit wie viel Kreativität, Ausdauer und Forschergeist sich unsere Schülerinnen und Schüler aktuellen Herausforderungen widmen und dabei eigene Ideen für die Zukunft unserer Stadt entwickeln.








