Sachlich argumentieren, aufmerksam zuhören und überzeugend reagieren: Beim Regionalwettbewerb des Berliner Verbunds III im bundesweiten Programm „Jugend debattiert“, der am 19.02.2026 am Arndt-Gymnasium Dahlem stattfand, trafen Schüler*innen von 6 Schulen des Bezirks aufeinander, um ihr rhetorisches Können unter Beweis zu stellen. Der Regionalwettbewerb ist die zweite Stufe innerhalb der mehrstufigen Wettbewerbsstruktur. Vertreten waren neben dem Arndt-Gymnasium Dahlem das Friedrich-Ebert-Gymnasium, das Goethe-Gymnasium, das Hermann-Ehlers-Gymnasium, die Bröndby-Oberschule und die Wilhelm-Ostwald-Schule. Dort hatten sich die Teilnehmenden zuvor in erfolgreichen Schulentscheiden für die nächste Runde qualifiziert.
Im Zentrum des Wettbewerbs steht die strukturierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen. Die Debattenthemen orientieren sich dabei an aktuellen politischen, sozialen oder bildungsbezogenen Diskursen und verlangen von den Teilnehmenden sowohl Sachkenntnis als auch die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge differenziert darzustellen. In den zwei Qualifikationsrunden der Altersgruppe 1 (Klassen 8-9) wurden folgende Fragen debattiert: Soll für Privatgärten eine insektenfreundliche Gestaltung vorgeschrieben werden? und Sollen für schriftliche Prüfungen in der Oberstufe Anwendungen mit künstlicher Intelligenz als Hilfsmittel zugelassen werden? In Altersgruppe 2 (Klassen 10-12 / 13) standen diese Fragen zur Debatte: Sollen Lokalzeitungen staatliche Förderung erhalten? und Sollen „Kaufe jetzt, zahle später“-Bezahlmodelle bei Online-Käufen verboten werden?
Besonders anspruchsvoll am „Jugend debattiert“-Wettbewerb ist, dass die Debattant*innen nicht immer ihre persönliche Meinung vertreten können. Ob sie auf der Pro- oder Contra-Seite stehen, wird von der Wettbewerbsleitung entschieden. Die zugewiesene Position vertreten die Debattant*innen dann anwaltlich, worauf sie sehr gut vorbereitet sein müssen. Deshalb gibt es im Vorfeld des Wettbewerbs ein Vorbereitungsseminar für die Debattant*innen, die sich für die nächste Stufe qualifiziert haben, das von „Jugend debattiert“-Alumni geleitet wird. Im Wettbewerb gilt es, sowohl die eigene Position klar darzustellen als auch auf Gegenargumente einzugehen und flexibel zu reagieren. Bewertet werden neben Sachkenntnis auch Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.
Nach spannenden Qualifikationsdebatten erreichten pro Altersgruppe jeweils die vier besten Debattant*innen das Finale. Hier lauteten die Themen: Sollen Haustierhalter zum Abschluss einer Tierkrankenversicherung verpflichtet werden? (Altersgruppe 1) und Soll eine Kontaktgebühr für Arztbesuche erhoben werden? (Altersgruppe 2). Erneut zeigten die Schüler*innen, wie strukturiertes Argumentieren und respektvolle Gesprächsführung zu differenzierten Ergebnissen führen können. Die beiden Jurys hoben in ihren Rückmeldungen vor allem hervor, wie sicher die Debattant*innen komplexe Themen erfasst hatten und unterschiedliche Perspektiven berücksichtigten.
Wir gratulieren alle Teilnehmer*innen, die sich gemeinsam auf diesen Wettbewerb vorbereitet haben und am Wettbewerbstag ihr Bestes gegeben haben, sei es als Debattant*in, Juror*in oder Zeitwächter*in. Besondere Anerkennung gilt natürlich den Sieger*innen des Wettbewerbs, die sich für den Landeswettbewerb qualifiziert haben, der am 13.03.2026 im Abgeordnetenhaus Berlin stattfindet und bei dem sie den Regionalverbund III vertreten werden. Wir wünschen ihnen dafür viel Erfolg!
Als Schulkoordinatorinnen, die u. a. für die Organisation des Regionalwettbewerbs verantwortlich waren, möchten wir – Frau Augustin und Frau Meissner – uns ganz besonders bei den Kolleg*innen und Schüler*innen bedanken, die uns vor, während und nach dem Wettbewerb tatkräftig vor Ort unterstützt haben: Frau Lehmann-Schmidkunz, Frau Apelles, Frau Esders, Frau Dziudzia, Herr Korrmann, Herr Voß, die Technik-AG, die AG „Jugend debattiert“ und die Klasse 8a. Darüber hinaus bedanken wir uns sehr herzlich beim Schulförderverein für die erneute großzügige Unterstützung: Als Gastgeber waren wir nicht nur für die Bereitstellung der Räume, sondern auch für die Verköstigung der Gäste zuständig, was uns ohne die Hilfe des Fördervereins so nicht möglich gewesen wäre.
Es war ein rundum gelungener Tag für Teilnehmende und Gäste. Für viele steht tatsächlich weniger das Weiterkommen im Mittelpunkt als die Erfahrung, Diskussionen fair und fundiert zu führen — eine Kompetenz, die weit über den Wettbewerb hinaus Bedeutung hat. Mit Formaten wie „Jugend debattiert“ soll demokratische Gesprächskultur gestärkt werden. Der Regionalwettbewerb hat erneut gezeigt: Junge Menschen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, Argumente abzuwägen und respektvoll miteinander ins Gespräch zu kommen.


